Wir treffen uns zur dbv-Kommissionssitzung in der Stadtbibliothek Neuss

Ankommen

Eine gute Tradition haben wir am 21. und 22. November 2022 wieder aufleben lassen: Nach Weimar im vergangenen Jahr, trafen wir uns nun zur Kommissionssitzung »Kundenorientierte und inklusive Bibliotheksservices« in der Stadtbibliothek Neuss. Zuallererst an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Claudia Büchel, Leiterin der Stadtbibliothek Neuss und Kommissionsmitglied in zweiter Legislatur, für die tolle Gastfreundschaft und die akribische Organisation. Für die zwei Kommissionstage haben wir uns schon im Vorfeld ein straffes Programm vorgenommen. Doch dazu gleich mehr.

Über Neuss

Eingangs einige Informationen zu Neuss, welche wir bei einer kurzweiligen, spannenden Besichtigung erfahren: Die Stadt liegt an der linken Rheinseite, was Insidern vieles verrät. Hier führten die Römer ihre Handelsstraße entlang, hier schlugen die Wikinger grausame Schlachten, hier steht die sehr sehenswerte, spätromanische Münsterbasilika St. Quirin. Nicht nur aufgrund dieses Kirchenbaus kann Neuss als »steinreich« bezeichnet werden, sondern durch die Industrialisierung wurde sie zur Großstadt und liegt aktuell auf Platz 54 in Deutschland. Mit ca. 160.000 Einwohnenden ist Neuss – eine Besonderheit – die größte kreisangehörige (Rhein-Kreis Neuss) Stadt Deutschlands. Neuss ist eine Stadt gelebter Multikultur, was bereits auf dem kurzen, weihnachtlich geschmückten Weg vom Bahnhof zur Stadtbibliothek wahrzunehmen ist. Es gibt eine zentrale Stadtbibliothek und in den Ortsteilen 16 kirchliche Büchereien, 15 katholische und 1 evangelische, die ehrenamtlich betrieben werden. Die Stadtbibliothek Neuss legt sehr großen Wert auf gesellschaftliche Teilhabe, u.a. durch Barrierefreiheit, und erfüllt als erst zweite städtische Institution die Anforderungen für das Signet »Neuss barrierefrei«.

Unser Arbeitsplan

Unser Tagungsraum war der Makerspace und die hier versammelte Kreativität übertrug sich sofort auf unsere Kommissionsarbeit. Monatlich treffen wir uns digital, um wichtige Dinge abzustimmen, aber nichts geht über ein persönliches Treffen vor Ort. Fragen über Fragen und – auch viele Antworten waren ein Ergebnis unserer intensiven Beratung: Wie ist das Wording von »Inklusion« und »Barrierefreiheit«? Wie können wir die Aufgaben und das damit verbundene Arbeitspensum strategisch gut aufteilen? Welche Personen benötigen wir außerhalb unserer Kommission, um unsere Vorhaben umsetzen zu können? Wer spricht diese an und in welcher Reihenfolge?

Schließlich legten wir die folgenden Arbeitsschwerpunkte fest, die uns arbeitsteilig bis ins kommende Jahr gut beanspruchen werden:

  1. Mitwirkung am 111. Bibliothekartag in Hannover (23.05.‒25.05.2023) mit zwei Veranstaltungen zu den Themen »Zielgruppenorientierung« und »Gebärdensprache« (letztere gemeinsam mit der dbv-Kommission Bibliothek und Diversität);
  2. Herausgeberschaft einer Publikation zur Thematik »Inklusion & Barrierefreiheit in Bibliotheken« beim Verlag De Gruyter, geplantes Erscheinen 2024 (gemeinsam mit der dbv-Kommission »Bibliotheken und Diversität«);
  3. Konzeptionierung und Realisierung der dbv-Umfrage zu Inklusion & Barrierefreiheit in öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland 2023/2024;
  4. Fortführung der Online-Fortbildungsreihe »Barrierefreiheit in Bibliotheken: alles inklusive« im Jahr 2023 (gemeinsam mit der dbv-Kommission »Bibliotheken und Diversität«);
  5. Fortführung des Blogs der Kommission mit spannenden Themen aus unserer Community.

Bibliotheksbesichtigung

Und wir schafften es tatsächlich noch, einen Blick in die Stadtbibliothek selbst zu werfen, um die Wirkungsstätte von Claudia Büchel kennenzulernen und uns gemeinsam inspirieren zu lassen. Ein offenes Haus, mit großen Flächen, geräumig und im Wandel zugleich: Was passiert mit den ehemaligen Ausleihstars, den »Silberscheiben«, also CDs und DVDs, deren Nachfrage stark nachgelassen hat? Und wie nutzen wir den entstehenden Platz, wenn wir diese Medienbestände deutlich reduzieren, perspektivisch sogar einstellen? Die Bibliothek war gut besucht an diesem Dienstagmittag, viele Plätze sind besetzt, vom Zeitungslesenden, der im Internet Recherchierenden bis zu der schnell noch was Ausleihenden. Die jüngste Besucherin ist etwa sechs Jahre alt, die älteste gewiss 75 Jahre alt. Generationen treffen hier ebenso aufeinander wie viele Kulturen. »Was denkt Ihr, was heute Nachmittag hier los ist«, gibt Claudia Büchel zu verstehen. »Da ist es nicht mehr so leise wie jetzt, von wegen ›Ruhige Bibliothek‹«, wirft sie noch ein, was wir uns sehr gut vorstellen können. Auch das, was ungesagt bleibt: Wie wichtig die Stadtbibliothek in Neuss ist und was hier täglich geleistet wird.

Ausblick

Unser kommendes Arbeitstreffen in Präsenz werden wir im September 2023 in Berlin anvisieren, bis dahin bleibt noch vieles zu tun.

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