Beiträge

ein Beitrag von Margarete Rathe im „Praxishandbuch Inklusion in Bibliotheken“

Im Arbeitsalltag hat das Thema der Barrierefreiheit üblicherweise seinen Platz bei der Darreichungsform von Literatur (E-Book, Hörbuch, Großdruck, Braille etc.), beim Zugang dazu (d.h. bauliche oder digitale Barrierefreiheit) oder bei der Planung und Durchführung von Veranstaltungen. Es gibt darüber hinaus jedoch auch einige wichtige Denkanstöße für den Bestandsaufbau, die in diesem Beitrag vorgestellt werden. Dabei wird zwischen folgenden Themenbereichen unterschieden: Inhaltliche Klärung des Begriffsfeldes „Literatur für Menschen mit Behinderung“, Situation auf dem Literaturmarkt, Situation beim Bestandsaufbau, Aspekte über eine Betrachtung der Inhalte hinaus.

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Den vollständigen Beitrag finden Sie im Praxishandbuch Inklusion in Bibliotheken: Barrierefreier Zugang zu Information, Bildung und Kultur, erschienen in der Reihe De Gruyter Praxishandbuch

Teil des Buchcovers "Praxishandbuch Inklusion in Bibliotheken"
Buchcover „Praxishandbuch Inklusion in Bibliotheken“

Das Praxishandbuch kann in gedruckter Ausgabe für € 149,95 erworben werden und steht zudem als eBook (PDF und EPUB) kostenfrei zur Verfügung.

ein Beitrag von Christiane Felsmann im „Praxishandbuch Inklusion in Bibliotheken“

Während Bücher in den speziell aufbereiteten Formaten Braille, DAISY oder im Großdruck nur Einzelpersonen mit Behinderungen und nachweislichen Einschränkungen des selbständigen Lesens zur Verfügung stehen, werden inklusive
Kinderbücher so konzipiert, dass sie für alle gleichermaßen interessant und zugänglich sind. Was macht diese Bücher aus und wo sind sie zu finden?

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Das Praxishandbuch kann in gedruckter Ausgabe für € 149,95 erworben werden und steht zudem als eBook (PDF und EPUB) kostenfrei zur Verfügung.

ein Beitrag von Sabine Schmidt – notiert von Christiane Felsmann – im „Praxishandbuch Inklusion in Bibliotheken“

Waren es im Jahr 2021 noch etwa 1,8 Millionen Menschen, die in Deutschland mit einer Demenz lebten, sollen es 2050 bereits 2,8 Millionen sein. Gemäß aktuellen Schätzungen steigt die Zahl derzeit jährlich um ca. 40 000 Personen.

Der Beitrag nähert sich dem Thema in Form eines Interviews mit Sabine Schmidt, Koordinatorin der Kommunalen Demenzfachberatungsstelle der Stadt Leipzig.

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Das Praxishandbuch kann in gedruckter Ausgabe für € 149,95 erworben werden und steht zudem als eBook (PDF und EPUB) kostenfrei zur Verfügung.

ein Beitrag von Indra Heinrich im „Praxishandbuch Inklusion in Bibliotheken“

Eigentlich sollte die Frage nach Barrierefreiheit für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen in Bibliotheken schon seit langer Zeit gelöst sein. Schließlich hat die sogenannte „Krüppelbewegung“ bereits in den 1980er Jahren auf die Missstände bei der Zugänglichkeit öffentlicher Einrichtungen hingewiesen und mehr Barrierefreiheit gefordert. Fast 50 Jahre später ist in dieser Hinsicht auch viel passiert und es gibt zahlreiche gesetzliche Regelungen zur Barrierefreiheit beim Bau und Umbau von öffentlichen Gebäuden. Dennoch können sich Menschen, die beispielsweise auf einen Rollstuhl angewiesen sind, auch heute nicht darauf verlassen, dass der Weg zu und in einem Bibliotheksgebäude ohne Komplikationen zu bewältigen ist.

Der Beitrag erläutert eine Auswahl an zentralen Aspekten der Barrierefreiheit in Bibliotheken für Menschen mit Körperbehinderung, gibt Hinweise auf wesentliche Erleichterungen für diese Zielgruppe und zeigt Möglichkeiten auf, wie man Betroffene schon mit kleinen Maßnahmen unterstützen kann.

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ein Beitrag von Alicia Pätzold-Jungblut im „Praxishandbuch Inklusion in Bibliotheken“

Die fortschreitende Digitalisierung hält auch Einzug in die Öffentlichen Bibliotheken in Deutschland. Allen Menschen sollte, unabhängig von ihren Fähigkeiten oder Einschränkungen, Zugang zu den digitalen Angeboten und Informationen
ermöglicht werden. Hier werden Ergebnisse einer Befragung zur digitalen Barrierefreiheit vorgestellt.

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ein Beitrag von Gregor Strutz im „Praxishandbuch Inklusion in Bibliotheken“

„Universal Design, Inclusive Design, Design für Alle – nennen Sie es, wie Sie wollen“, so Gregor Strutz.
„Hauptsache der Kern des Ganzen stimmt: Alle Begriffe stehen für eine grundlegend andere Idee von barrierefreier Gestaltung. Eine Gestaltung, die die Grundlage dafür ist, Bibliotheken und andere öffentliche Orte neu zu denken, Menschen miteinander zu verbinden und Inklusion lebendig zu machen. Dieser Beitrag beleuchtet die Notwendigkeit und die Chancen von neuen menschen-zentrierten Gestaltungsansätzen jenseits der gesetzlichen Mindestanforderung.“

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Im Rahmen der Kommissionsarbeit liegt uns derzeit ein Thema ganz besonders am Herzen.

Wir möchten uns gern der „Willkommenskultur“ widmen. Diese ist sehr weit gefasst, daher fragen wir Sie:

Welche Gedanken, Erfahrungen, Ideen und Wünsche haben Sie in Ihrer Bibliothek zum Thema „Willkommenskultur“?

Dieser Open Call dient zum Einfangen eines aktuellen Stimmungsbildes und für unsere weitere interne Kommissionsarbeit.

Wir freuen uns sehr auf Ihre Nachrichten bis zum 15. April 2025 an bibliotheksservices@bibliotheksverband.de.

Vielen Dank und mit besten Grüßen
Heidi Best, Belinda Jopp und Jan-Christian Sangkuhl
im Namen der dbv-Kommission „Kundenorientierte und inklusive Services“

Liebe Teilnehmende der 112. BiblioCon2024,

wir laden Sie herzlich zu unserer Veranstaltung »Inklusion und Barrierefreiheit« auf der diesjährigen BiblioCon ein.

Details der Veranstaltung:

Datum: Donnerstag, 6. Juni 2024
Uhrzeit: 16:30 Uhr
Ort: Congress Center Hamburg, Saal F / 2. OG

Thema der Veranstaltung:

Wie barrierefrei sind deutsche Bibliotheken? Wie inklusiv sind unsere Services? Und wie sieht es mit der Aus- und Weiterbildung zum Thema aus? Können die befragten Bibliotheken der Verpflichtung zur Umsetzung von Inklusion und gesellschaftlicher Teilhabe für alle Menschen in allen Lebensbereichen (UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung in Deutschland, 2009) umfassend gerecht werden? Welche Hindernisse bestehen dabei?

In der Veranstaltung werden die Ergebnisse der im November 2023 von der dbv-Kommission »Kundenorientierte und inklusive Bibliotheksservices« in Kooperation mit Prof. Elke Greifeneder, Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin, durchgeführten Umfrage erstmals präsentiert und zur Diskussion gestellt. Die Umfrage, an der sich über 900 deutsche Bibliotheken aller Sparten und Bundesländer beteiligten, ist national und international die größte ihrer Art.

Referentinnen:

  • Christiane Felsmann (Deutsches Zentrum für barrierefreies Lesen, Leipzig)
    Bibliotheksservices – inklusiv und barrierefrei
  • Caroline Schürer (Deutsches Zentrum für barrierefreies Lesen, Leipzig)
    Bibliotheken und Inklusion: Chance Inklusion
  • Heidi Best (Bücherhallen Hamburg)
    Alle im Blick haben: Angebot und Raum barrierefrei gestalten
  • Prof. Dr. Elke Greifeneder (Humboldt-Universität zu Berlin)
    Sind deutsche Bibliotheken barrierefrei? – Ergebnisse der dbv-Umfrage zur Barrierefreiheit in Bibliotheken

Aus verschiedenen Perspektiven wollen wir im Gespräch herausfinden, wo es erfolgversprechende Konzepte, Schnittstellen und mögliche Synergien gibt. Im Fokus steht die Frage, wo wir von anderen lernen können und welche Räder bereits erfunden und nutzbar sind, unabhängig von Größe, Spartenzugehörigkeit oder Trägerschaft der Bibliotheken.

Wir möchten darauf hinweisen, dass in Absprache mit den Referentinnen die Vorträge 1 bis 3 nur etwa 15 Minuten in Anspruch nehmen werden, um ausführlicher auf die Umfrageergebnisse eingehen zu können.

Moderiert wird die Veranstaltung des Themenkreises 1 »Bibliotheken als Ort und Aktionsradius« von Dr. Anke Quast (Universitätsbibliothek der TU Berlin).

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und darauf, gemeinsam wichtige Aspekte der Inklusion und Barrierefreiheit in Bibliotheken zu diskutieren.

Mit freundlichen Grüßen,
Die dbv-Kommission »Kundenorientierte und inklusive Bibliotheksservices«

Beitrag von Johanna Baumgartner, Leiterin der Stadtbibliothek Dornbirn (Österreich)

„A building designed with intentionality will in fact do what‘s intended to do. […] A building designed to deliver togetherness, will deliver togetherness.“ (Damaris Hollingsworth)

Die Stadtbibliothek Dornbirn ist auch von außen bereits außergewöhnlich (Copyright: Stadtbibliothek Dornbirn)


Vier Jahre nach der Eröffnung des Neubaus der Stadtbibliothek Dornbirn können wir diesem Zitat der Architektin Damaris Hollingsworth, die sich für die Schaffung ganzheitlicher und für alle zugänglicher Räume, einsetzt, nur zustimmen. Die Rolle der Architektur für menschliche Begegnungen und Lernprozesse war ein wiederkehrendes Thema während der Planung: Wie muss ein Gebäude – in unserem Fall eine Bibliothek – gestaltet sein, um Kommunikation und Begegnung zu fördern und die Besucher*innen zu partizipativem und kooperativem Lernen und Handeln anzuregen? Wie kann eine Bibliothek zu einem öffentlichen Wohnzimmer der Stadt werden? Was brauchen unsere Zielgruppen, Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen und Geschichten, um sich wohlzufühlen?


Eine enge Zusammenarbeit zwischen den Architekt*innen, der städtischen Bauleitung und dem Bibliotheksteam war notwendige Voraussetzung, um diese Fragen beantworten zu können. Darüber hinaus flossen Ideen und Vorstellungen aus einem Bürger*innenbeteiligungsprozess in die Planung mit ein. So konnte auf die Visionen, Bedürfnisse und Anforderungen aller eingegangen werden. Das Engagement und die Bereitschaft der Beteiligten, sich intensiv auf Diskussionen einzulassen und voneinander zu lernen, ermöglichten individuelle Lösungen und eine hohe Identifikation mit dem Bibliotheksprojekt.

Ein Wohnzimmer für alle Altersgruppen (Copyright: Karin-Nussbaumer)


Seit Anfang 2020 ist die neue Stadtbibliothek Dornbirn ein offenes Wohnzimmer für alle Generationen – mit einer außergewöhnlichen Grundform: Vier frei miteinander verbundene Parabeln ermöglichten es, den alten Baumbestand des Parks weitgehend erhalten zu können, ganz im Sinne unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Zudem verweist die Grundform auf die literarische Form der Parabel – die Ringparabel von Gotthold Ephraim Lessing. So hat diese physische Form einen starken symbolischen Wert und macht die Grundwerte der Bibliothek sichtbar: Toleranz, Offenheit und Kommunikation auf Augenhöhe.
Auch die unverwechselbare Fassade und das Raumkonzept spiegeln diese Offenheit wider. Über 7.700 Keramikelemente beleben die Innenräume durch ihr Licht- und Schattenspiel, erlauben sowohl Ausblicke als auch Einblicke. Außen und Innen treten in einen Dialog: Kommunikation findet nicht nur zwischen den Menschen in der Bibliothek statt, sondern auch mit der Umgebung. Ganz nebenbei dient die Fassade als fixer Sonnenschutz für das rundum verglaste Gebäude. Im Inneren bieten drei Ebenen neben Platz für Medien viel Raum für unsere Besucher*innen, um sich individuell zu entfalten: Gemütliche Sitzecken, loungeartige Bereiche, ruhige Lernplätze und Räume für Workshops und Diskussionen. Die gesamte Bibliothek kann flexibel genutzt werden, denn alle Bereiche sind so ausgestattet, dass unterschiedliche Lern- und Veranstaltungssettings möglich sind. So wird trotz der geringen Gesamtfläche die bestmögliche Nutzung garantiert.

Kids-Maker-Weekend (Copyright: Broell Fotografie)


Atmosphärische Details und Einladungen zum Lernen, Entdecken und genauen Hinsehen sind im gesamten Gebäude verteilt. So finden sich „Fußnoten“ mit Zitaten in Regalen, an der Decke oder sogar in den Toiletten. Die Gestaltung der Bibliotheksräume regt zum Austausch an, inspiriert und soll die Besucher*innen in ihrem Lernprozess unterstützen. Und vor allem: Sie ermöglicht zufällige
Begegnungen; mit Medien, aber auch mit den unterschiedlichsten Menschen, Stichwort: Serendipity. Unter anderem machen Glaswände zu den Lernräumen Lernprozesse für alle sichtbar. Möchte man dennoch ungestört und ohne Ablenkung von außen lernen, lassen sich die Räume mit Hilfe von Vorhängen schnell und unkompliziert in Rückzugsorte verwandeln. Denn so vielfältig wie die Angebote der Bibliothek, so unterschiedlich sind die Besucher*innen und ihre individuellen Bedürfnisse.

Leseabenteuer im Park (Copyright: Stadtbibliothek-Dornbirn)


Dies zeigt sich auch in unseren inhaltlichen Formaten, von denen hier nur einige kurz erwähnt werden sollen. Austausch- und Diskussionsformate, wie das Literaturcafé, der Literaturkreis für Sachbücher oder Shared Reading, lassen die gemeinsame Wirkung von Literatur erleben. Veranstaltungen zu gesellschaftspolitischen Themen ermöglichen das Kennenlernen unterschiedlicher Standpunkte und fördern Dialog, Debattenkultur und gesellschaftliche Teilhabe. Neben dem Silent Book Club, einem Buchclub für (introvertierte) Jugendliche, bei dem es um niederschwelligen Austausch geht, ermöglicht der Bücherkaufrausch Partizipation am Bestandsaufbau der Jugendbibliothek. Im Rahmen eines Kurzpraktikums durchlaufen die Jugendlichen den Weg eines Buches: Sie wählen es für den Bestand der Jugendbibliothek aus, kaufen ein und begleiten alle bibliotheksinternen Prozesse bis ins Regal. Ganz nebenbei fördert das Format die Identifikation mit der Bibliothek. Wichtig sind auch niedrigschwellige Incoming-Formate wie die Maschenprobe – eine offene Kreativrunde, die den Austausch von Erfahrungen, Wissen und Fähigkeiten innerhalb der Community fördert.


Wir wollen unseren Besucher*innen ein Gefühl der Zugehörigkeit vermitteln und sie in jeder Phase ihres Lebens ermutigen, inspirieren und Möglichkeiten eröffnen, Neues und sich dadurch selbst neu kennenzulernen. Dafür steht auch das Statement „Ich bin ich“ – um auf die Rolle der Architektur zurückzukommen. Übersetzt in 55 Sprachen befindet sich der kurze Satz als erforderlicher Anlaufschutz an den Glastüren und Glaswänden und steht unter anderem für die über 120 Nationen, die in Dornbirn leben. Er soll dazu einladen, sich selbst und alle andere mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen ernst zu nehmen und einander mit Toleranz und Offenheit zu begegnen.

Makerspace (Copyright: Karin Nussbaumer)

Kontaktdaten:

Johanna Baumgartner, Leiterin der Stadtbibliothek Dornbirn (Österreich), Mail: Johanna.Baumgartner@dornbirn.at

Beitrag von Anne-Kathrin Lindner, Mitarbeiterin Bibliothek als Lern- und Erfahrungsraum, Stadtbibliothek im Bildungscampus Nürnberg

Die beiden Kollegen sind an diesem heißen Tag Anfang Mai ganz schön am Schwitzen. Ungefähr dreißig Metallboxen haben sie heute vom Dachboden geholt. Über 100 sind schon da und stehen säuberlich aufgereiht in mehreren Regalen, die zu einem Art Raum im Raum zusammengestellt wurden. Eigentlich sind diese Boxen zum Aufbewahren von Zeitschriften gedacht. Aber hier werden sie für die neue Themenwelt der Stadtbibliothek Nürnberg zweckentfremdet. Die Themenwelt heißt „Brandgefährlich – Über Verbote, Vernichtung und Zensur“ und findet anlässlich der sich zum 90. Male jährenden Bücherverbrennung statt. Aus den mit den Boxen bestückten Regalen entstand ein kleiner Raum, der nun als Ausstellungsfläche genutzt wird und gleichzeitig ein Symbol für die bedrückende Situation von verfolgten, ausgegrenzten und verfemten Autor*innen ist.

Mitarbeitende_beim_Abschleifen_(C) Stadtbibliothek_im_Bildungscampus
Mitarbeitende beim Abschleifen für die neue Lernwelt –
(Copyright: Stadtbibliothek_im_Bildungscampus)

Die Themenwelt ist ein – mittlerweile nicht mehr ganz neues – Format der Stadtbibliothek im Bildungscampus Nürnberg. Ersonnen wurde sie vor zwei Jahren von der damals neuen Leiterin der Stadtbibliothek Zentrum, Eva Deeg, die den Auftrag hat, diese Bibliothek zu einem Lernort und Erfahrungsraum weiterzuentwickeln. Und das genau ist die Themenwelt: Ein Lernort und Erfahrungsraum, der die Nutzenden der Stadtbibliothek dazu anregen soll, neue Dinge zu entdecken, den Horizont zu erweitern und sich begeistern und überraschen zu lassen. Mehrmals im Jahr eröffnen die „Themenwelten“ zu einem bestimmten Thema neue Sichtweisen und Welten. Dabei sind die Themen zumeist so gewählt, dass man sie gar nicht in einer Bibliothek vermuten würde. Es ging schon um „Röcke, um „Kaffee“ und um das Thema „Wohnen“. Aber auch um „Literatur ist weiblich“ und das Thema „Bibliotheken im Wandel“. Die Themen sind nicht vorgegeben, sondern laufen den Macherinnen oft einfach über den Weg. Das Thema „Kaffee“ zum Beispiel in einem Fernsehbeitrag, in dem es um Kaffee als legale Droge und Antreiber für die Industrialisierung ging.

Mittlerweile hat sich auch der Veranstaltungstechniker der Stadtbibliothek eingefunden und installiert Scheinwerfer in dem kleinen Raum. Am Tisch daneben sitzt eine Mitarbeiterin und beschriftet in rotes und schwarzes Packpapier eingepackte Bücher mit Namen von verfolgten Autor*innen. Diese werden dann von einer weiteren Mitarbeiterin in den Zeitungskästen angeordnet, kritisch beäugt und, wenn nötig, neu sortiert.

Eine „Themenwelt“ besteht immer aus zwei Bausteinen: Einer Ausstellung, in der neben Exponaten zur Wissensvermittlung auch die Möglichkeit für die Besuchenden besteht, sich mit interaktiven Elementen und Aktionen zu beteiligen. Das kann einmal ein Puzzle zu schreibenden Frauen im Mittelalter oder eine Selfie-Station mit einer Rockkonstruktion sein. Immer auch gibt es ein Element, bei dem die Besuchenden ein Feedback geben können, anhand dessen gesehen werden kann, ob die Ausstellung wahrgenommen wird. Bei der Ausstellung zum Thema „Literatur ist weiblich“ gab es zum Beispiel eine Aufstellung von Büchern auf der einen Seite von Autorinnen und auf der anderen Seite von Autoren. Die Frage dazu lautete „Haben Sie es gelesen?“ und es konnte ein Strich gemacht werden, bei dem Buch, das gelesen worden ist. Das führte zu wilden Diskussionen vor der Tafel und auch zu Neuvorschlägen von vergessenen Schriftsteller*innen. Am Ende gab es über 100 Beteiligungen auf dem Whiteboard.

Neben der Ausstellung wird auch ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, Diskussionsrunden, aber auch mit Formaten wie einem philosophischen Nachtcafé oder einer Modenshow angeboten. Hier sollen die Teilnehmenden die Gelegenheit haben, sich vertiefter mit einem Thema auseinanderzusetzen.

Brandgefährlich_(C)Stadtbibliothek im Bildungscampus
Themenwelt „Brandgefährlich“ – (Copyright: Stadtbibliothek im Bildungscampus)

Für die Themenwelt „Brandgefährlich“ gibt es dieses Mal ein besonders umfangreiches Veranstaltungsprogramm. Neben Vorträgen zur Bücherverbrennung in Nürnberg, über verfemte Schriftsteller*innen und entartete Musik, über Zensur im Mittelalter und Fake-News, kommt auch der ehemalige SZ-Chefredakteur Heribert Prantl zu Besuch, um über die Pressefreiheit in Deutschland zu reden.

Die „Themenwelt“ wird somit zu einem wechselnden, multi-optionalen Erfahrungsraum, der ein Thema in vielfältigen Kontexten erlebbar macht. Die Medien der Stadtbibliothek werden passend zur jeweiligen Themenwelt in einen neuen Zusammenhang gesetzt und präsentiert.

Auch in der aktuellen Themenwelt gibt es eine Medienpräsentation, mit Büchern von verfolgten Autor*innen, über Zensur und z.B. Harry Potter, der in Saudi-Arabien verboten ist. Herzstück der Ausstellung sind aber (Audio-)Portraits über verfolgte Schriftsteller*innen im „Dritten Reich“. Diese kann man entweder über einen QR-Code auf einer Website abrufen oder über die neue LiteraTourenApp (Link auf: LiteraTouren – Apps bei Google Play) des Bildungscampus.

Die „Themenwelten“ werden abteilungsübergreifend – jeweils in einer AG – konzipiert und umgesetzt. Auf diese Weise entstehen auch für die Mitarbeitenden neue Erfahrungsräume und ein ausgezeichnetes Team-Building. Über gemeinsame Bastelstunden bis hin zu der Suche nach besonders ausgefallenen Ausstellungsstücken auf den Dachböden und Kellern verschiedener Nürnberger Institutionen, hatten die Mitarbeitenden bisher die Gelegenheit, gemeinsame Erfahrungen zu sammeln. So gab es eine Besichtigung der Katakomben des Nürnberger Tiergartens auf der Suche nach „Tierhäusern“ oder es wurde im Fundus des Nürnberger Opernhauses nach besonders schönen Röcken aus allen Epochen gestöbert.

Themenwelt „Röcke“ – (Copyright: Stadtbibliothek im Bildungscampus)

Dabei lebt die Themenwelt besonders von den Ideen der Mitarbeitenden. Je einfallsreicher sie sind, desto spannender wird die Ausstellung und das Veranstaltungsprogramm. Anfangs liefen die Themenwelten etwas schleppend – sowohl beim Publikum als auch bei den Mitarbeitenden – an. Das lag wohl auch daran, dass die erste Themenwelt während der Covid-19 Pandemie startete. Aber, das Format musste sich auch erst durchsetzen. Mittlerweile sind sowohl Besucher*innen, als auch Mitarbeitende vor allem begeistert von der Ausstellung und auch viele der Veranstaltungen sind gut besucht oder gar ausgebucht.

Die Ausstellung „Brandgefährlich – über Verbote, Vernichtung und Zensur“ lief vom 11. Mai bis zum 31. Juli in der Stadtbibliothek Zentrum in Nürnberg. Mittlerweile gibt es dort noch bis zum 17. Dezember die Themenwelt „Anatomisch korrekt – was uns im Inneren zusammenhält“ zu sehen.

Weitere Infos unter: Die Themenwelten in der Stadtbibliothek Zentrum – Stadtbibliothek (nuernberg.de)

Kontaktdaten:

Anne-Kathrin Lindner, Mitarbeiterin Bibliothek als Lern- und Erfahrungsraum, Stadtbibliothek im Bildungscampus Nürnberg, Mail: Anne-Kathrin.Lindner@stadt.nuernberg.de